Nur der SVW!

Unterwegs mit dem glorreichen Sportverein

1. FC Köln – Werder 4:3, Fr. 05.05.17, 50000 Zuschauer (etwa 6000 Gäste)

Wer erinnert sich noch an die letzte Saison? Nur 2 Tage später im Jahr spielte unserer Elf in grün und weiß ebenfalls in der Domstadt. Die Vorzeichen waren damals allerdings ganz andere als heute. Es ging gegen den Abstieg und auch das Wetter war mit über 20 Grad und Sonne auf dem Gästeblock ein wenig anders. Wenn ich ehrlich bin bevorzuge ich aber ein Spiel bei 10 bis 15 Grad, wenn man gleichzeitig statt gegen den Abstieg um Europa spielt. Gleich blieb dagegen das Ziel: Waren es letzte Saison 3 Punkte gegen den Abstieg, würden 3 Punkte heute ein großer Schritt Richtung Europa bedeuten, werden die kommenden 2 Spiele schließlich nicht gerade einfacher.

Da Spiele in Köln (oder auch Leverkusen) für mich ja quasi Heimspiel sind, hieß es vorab Urlaub nehmen und den Weg gen Rheinland schon Freitag morgen anzutreten und auch nicht direkt nach dem Spiel noch einen Zug nach Hannover kriegen zu müssen. Entsprechend entspannt war auch die Anreise mit RB und Straßenbahn zum Stadion, von einigen Kölner Idioten mal abgesehen, die mal wieder ihre Homophobie bei Anti-Lev-Gesängen unter Beweis stellen mussten. Da ich noch auf Heimseite verabredet war, begab ich mich auch erst sehr spät vor den Gästeblock. Hier war für ein Spiel unter der Woche typisch noch verdammt viel los und so ziemlich jeder versuchte per Handy Kontakt mit seinen Leuten aufzunehmen, was eher schlecht klappte. Meine geplante Kartenübergabe für Dortmund musste daher auch auf ins Stadion verschoben werden. Erst 30 Minuten vor Anpfiff ging es ins Stadion, lange nicht mehr so spät in ein Stadion gegangen. Trotz langer Schlangen ging es aber ziemlich zügig am Einlass, da bin ich von Köln schon ganz anderes gewohnt.

Im Block gab es trotz später Ankunft noch viel, viel Platz. Lag in erster Linie daran, dass außer WB noch niemand da war. War leider zu erwarten, der Terminierung und damit verbundenem Reiseverkehr sei Dank. Kurz nach meiner Ankunft tauchten auch die Cailleras auf, welche den Bereich über dem Stadionausgang in der Gästeblockecke einnahmen und wohl Sektion Reiselust ein wenig verdrängten, welche die Gunst der Stunde zuvor genutzt hatten. Mit Anpfiff waren dann auch alle Gruppen da, wobei die Aufteilung mit Infamous, UTB und Intesa direkt am Eingang sicher nicht optimal war. Trotz nicht optimaler Vorbereitung vor Anpfiff klappte der Support im Gegensatz zur Leistung auf dem Platz zu Beginn recht gut. Da gewinnt man mal ein paar Spiele und schon machen die Fans auch ohne eigenes Tor mit ;). Tore sah man dagegen schon früh. Ähnlich wie in Ingolstadt spielte die Elf in grün und weiß zunächst richtig schlecht und kassierte verdientermaßen auch zwei frühe Gegentore zum 0:2. Die Parallelen zu Ingolstadt blieben uns weiterhin erhalten. Im Block wurde der Support deutlich schlechter und konnte erst nach den zwei Toren von Bartels und Theo wieder so richtig überzeugen. Wie schnell so etwas doch von 0 auf 100, wieder auf 0 und dann doch wieder auf 100 wechseln kann. Da konnte auch das unnötige 3:2 der Kölner noch vor der Halbzeit keinen so recht schocken. dennoch war die Liedauswahl meiner Meinung nach nicht immer ganz so gut. Wieder wurden manche Lieder sehr lange gesungen. Gefreut habe ich mich dagegen über das „Wir stehen hier im Stadion“, welches von immer mehr Leuten im Block mitgesungen wird. Nach zwischenzeitlichem 4:2 für Köln und Anschlusstreffer zum 4:3 machte der Block mit lauten Werder Bremen Wechselgesängen auf sich aufmerksam. Ich verstehe zwar nicht, wieso manche 3 bis 4 Mal „Hallo Oberrang“ rufen müssen, obwohl dort doch zumindest in Halbzeit zwei dauerhaft gestanden wurde und es keiner großen Motivation bedurfte, dennoch wusste der Wechselgesang zu gefallen. Am Ende hieß es 3:4, Serie beendet, Köln an uns vorbei aber seien wir ehrlich: So recht sauer sein kann man nicht, waren doch die letzten Wochen echt unglaublich. Dass man auch mal wieder verlieren kann, schien manch einer zwischenzeitlich ganz vergessen zu haben. Statt Pfiffen und Pöbeleien wurde die Mannschaft verdientermaßen gefeiert. Total unnötige Aktionen gab es dagegen wieder mal während des Spiels im Gästeblock zu sehen. Da werfen Leute volle Bierbecher in Richtung Heimblock und treffen dann auch noch dort sitzende Werderfans. Selten eine blödere und peinlichere Aktion gesehen. Das sind so die Momente, wo ich mir dann doch wünsche, dass die Stadionüberwachung funktioniert und solche Leute zur Rechenschaft gezogen werden.

Was kann man zur Heimseite sagen? Wenn es vor Anpfiff „Schal hoch“ heißt, dann klappt das doch deutlich besser als bei unseren Heimspielen und auch die Klatsch- und Gesangseinlagen des gesamten Stadions zwischendurch fand ich schon beeindruckend. Die Heimkurve dagegen konnte man von gegenüber kaum vernehmen, was aber nicht unbedingt fehlendem Support sondern eher der Akustik im Stadion geschuldet ist. Thematisiert wurde heute in der Süd vor allem ein möglicher Stadionneubau fern des jetzigen Standorts. Weiterhin gab es peinliche Spruchbänder gegen Hoffenheim (dieses Hurensohn nervt nur noch…) und ein Spruchband, das wohl an uns gerichtet war, während des Spiels aber kaum jemand wahrnahm und auch im Nachgang kaum jemand so richtig versteht („Feschdach he en Kölle, för Feschköpp reinste Hölle“ (Fischtag hier in Kölle für Fischköpfe die reinste Hölle), Freitag ist wohl im (katholischen) Rheinland Fischtag, gut, dass ich weder katholisch bin noch Fisch esse…). Außerdem wurde das Spiel heute immer wieder dazu genutzt, für’s kommende Spiel gegen Leverkusen zu mobilisieren.

Schaut man sich die letzten beiden Spieltage an, fällt schnell auf, dass wir das wohl schwerste Programm der Kandidaten für Europa haben. Dennoch bleibt die Hoffnung erhalten, an unsere Serie hat schließlich vorher auch niemand geglaubt, wieso also nicht auch gegen Hoffenheim und Dortmund punkten?!

weitere Bilder gibt es hier:

Infamous

Wanderers

2 Kommentare

  1. Fischkopf OWL

    Festtag hier in Kölle, für fischkopf reinste Hölle.

    Würde ich jetzt mutmaßen.

    Ansonsten toller Bericht.

    Antworten
    1. Stellan (Beitrag Autor)

      dann fehlt aber ein d und der erste Teil ist ja bei beiden Worten der selbe, nämlich „Fesch“, zeigt aber nur, dass das Spruchband eher Kopfzerbrechen ob der Formulierung hervorruft als wen ärgern zu können 😉

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