Nur der SVW!

Unterwegs mit dem glorreichen Sportverein

Lichtenberg 47 – Tennis Borussia Berlin 2:0, Sa. 14.11.15, 673 Zuschauer

Mal wieder bundesligafreies Wochenende aufgrund der Länderspielpause, was also machen? Für die Spiele Lübeck-Kiel, Chemie Leipzig-Rapid Chemnitz (was aufgrund rassistischer Vorfälle vorab gar nicht erst angepfiffen wurde) und Strausberg-Babelsberg ließ sich niemand so richtig begeistern, also blieb nur Tennis Borussia Berlin auswärts im Berliner Pokal bei Lichtenberg 47. Da viele meiner berliner Freunde fast schon regelmäßig in der dortigen HOWOGE Arena „Hans Zoschke“ anzutreffen sind, sollte die Chance genutzt werden, mit TeBe dieses Stadion auch mal zu besuchen.

Vorab veröffentlichte TeBe auf der Homepage einen Treffpunkt am U-Bahnhof Frankfurter Allee, an dem sich gegen 12 Uhr etwa 20 bis 30 Leute einfanden. Die Weiterfahrt von dort wurde aufgrund der eisigen Temperaturen noch ein wenig verschoben, so dass man sich erst etwa 30 Minuten vor Anpfiff an der HOWOGE Arena zwischen Hochhäusern und Stasiarchiv einfand. Bei der HOWOGE handelt es sich um eine Wohnungsbaugesellschaft, beim Blick rund um das Stadion also nicht weiter verwunderlich, dass das Stadion eines Fünftligisten einen solchen Stadionnamen trägt. Von außen ist das Stadion kaum erkennbar, da es sich hinter einer kleinen Erhebung befindet, die durch die Bäume rundrum eher nach Park aussieht. Positiv zu erwähnen ist eine Schale Bonbons am Kassenhäuschen, negativ dagegen eine Wanne direkt vorm Gästeeingang und 2 weitere neben dem Vereinsheim, braucht es sowas wirklich bei einem Pokalspiel zweier Fünftligisten? Im weiten Rund dann viele alte, teilweise unbefestigte Stehtribünen und eine Tribüne mit Sitzschalen gegenüber des Gästeblocks. Direkt neben dem Gästeeingang steht eine klassische händisch bediente Anzeigetafel. Die gegenüberliegende Hintertortribüne wird durch den Zugang zum Vereinsheim unterbrochen, hat ein wenig was von VIP-Loge, sich ins Vereinsheim zu setzen und von da freien Blick auf den Platz zu haben (wenn auch der Blickwinkel sicher nicht der beste ist).

Der Gästeblock erstreckte sich heute übrigens quasi übers halbe Stadion und war durch Absperrband vom Rest des Stadions abgetrennt. Ziemlich lächerlich fand ich dagegen die Ordner an eben diesen Absperrbändern, die einem den Weg auf die andere Seite für ein kurzes Foto erst nach längerer Diskussion erlaubten. Insgesamt werden wohl etwa die Hälfte der zahlenden Zuschauer TeBeler gewesen sein, die sich im gesamten Gästeblock verteilten. Neben den üblichen Zaunfahnen rund um TeBe Party Army hingen auch links und rechts von dieser je eine Frankreich-Fahne als Solidaritätsbekundung nach den schlimmen Anschlägen in Paris am Abend zuvor. Aus diesem Grund gab es vor Anpfiff ebenfalls eine Schweigeminute. Im Block war das ganze mal wieder TeBe-typisch, ab und zu mal der ein oder andere humorvolle Gesang, sonst aber wenig.

Auf dem Platz ein eher durchwachsenes Spiel. TeBe erkämpfte sich zwar in Halbzeit eins deutlich mehr Chancen, allerdings hob der Linienrichter auf der dem Gästeblock gegenüberliegenden Seite bei wirklich jedem Angriff die Fahne, ihm war wohl ziemlich kalt. Kann man ja nach den letzten warmen Tagen durchaus verstehen, dem Spielfluss hilft so etwas aber nicht und wenn es dann noch falsche Entscheidungen sind. Dank des Linienrichters blieb es dann wohl auch beim 0:0 zur Halbzeit. In der zweiten Halbzeit dann ein komplett anderes Spiel. Diesmal Lichtenberg deutlich aktiver und mit vielen Chancen. Lag vielleicht auch an dem Tor, scheinbar gehen hier immer alle Angriffe auf das Tor auf Seite des Gästeblocks, egal wer auf dieses schießt. Der Linienrichter ließ diesmal jedenfalls seine Fahne dauerhaft unten, so dass der TeBe-Torwart das ein oder andere Mal eingreifen musste. TeBe selbst kam zunächst nur noch zu Entlastungsangriffen und wurde erst die letzten 15 bis 20 Minuten noch einmal etwas aktiver. Als sich schon alle auf eine Verlängerung eingestellt hatten, erzielte Lichtenberg in der 91. und 95. Minute der regulären Spielzeit die Treffer zum 1:0 und 2:0. Auf die gesamten 90 Minuten bezogen eine unnötige Niederlage und somit mal wieder kein DFB-Pokal-Spiel im Mommsenstadion in der kommenden Saison.

 

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