Nur der SVW!

Unterwegs mit dem glorreichen Sportverein

Werder – Eintracht Frankfurt 1:0, Sa. 14.05.16, 42100 Zuschauer

Wie ja sicher jeder mitbekommen hat, hat sich die Situation für unseren grün-weißen Sportverein am letzten Wochenende nicht gerade verbessert. Das Thema Relegation und eine mögliche Kartenvergabe bestimmte die Woche. In weiser Voraussicht auf Arbeit schon mal Überstunden für einen zweiten Tag Gleitzeit gemacht, man will ja nicht unvorbereitet sein. Da meine eine abgegebene Frankfurt-Karte unter der Woche den Weg zurück zu mir fand, sollte es am heutigen Tag zusammen mit meiner Mutter zum Spiel nach Bremen gehen. Für mich hieß dies früh um 8:40 von Berlin über die verbotene Stadt nach Bremen. Ich war lange nicht mehr so angespannt vor einem Spiel wie am heutigen Tage.

In Bremen nach kurzem Lounge-Besuch und Mama aufgabeln bei nicht erwartetem Sonnenschein auf den Weg in Richtung Stadion gemacht. Überall in Bremen sah man heute grün und weiß. Die ganze Stadt steht hinter dem Verein und alle gemeinsam wollten wir heute den Klassenerhalt klar machen. Entsprechend voll war es überall. Voll war es auch auf der Rampe zum Stadion. Die Mannschaft verspätete sich wieder mal, so dass wir uns vorbei an der green-white wonderwall in Richtung OKS quetschten. Neben meiner Dauerkarte wollte noch ein bisschen Geld für Karten eingesammelt werden, so dass sich die Zeit bis Einlass etwas hinzog. Da alle man aber noch auf die Bremer Mannschaft warteten und dabei auch den Bus der Gastmannschaft mit Polizeibegleitung begrüßte, war es am Einlass einfach mal komplett leer. Wieso nicht immer so 😉

An die Zeit bis Anpfiff kann ich mich heute irgendwie kaum erinnern, zu groß war die Anspannung. Beim Blick in die Gesichter der Leute rund rum ein ähnliches Bild. Unter der Woche hatten sich die vier am Boykott des Stuttgart-Spiels beteiligten Ultragruppen rund um Infamous Youth zum Support und der Kritik an ihrem Supportstil geäußert. Passend dazu gab es heute neben den üblichen Megaphonen von UTB, IY und CLR zusätzlich eine Lautsprecheranlage vor dem mittleren Block der Ostkurve. Auch wenn die Ansagen deutlich lauter als mit Megaphon waren, so waren sie trotzdem nicht immer wirklich verständlich. Trotz einiger Verständigungsprobleme legte die Ostkurve heute aber gut los. Alle waren heiß und jeder einzelne wollte dazu beitragen, den Abstieg durch seine eigene Unterstützung zu vermeiden. Der ein oder andere nahm dies wohl zu ernst. So muss sich der Trommler mittig im Oberrang leider vorwerfen lassen, die Supportbestrebungen des Unterrangs mit seiner Trommelei immer wieder torpediert zu haben. Ziemlich sinnfreie Aktion und wirkte ein wenig so, als wolle man mit allen Mitteln den Ultras zeigen, dass es auch ohne sie super geht. Ging dann ziemlich in die Hose und ich denke, jeder einzelne hat heute gesehen, dass es keine green-white wonderwall oder sonstwas braucht, um Stimmung zu machen. Ich jedenfalls bin mehr als glücklich, dass diese wonderwall-Aktion bei positivem Spielverlauf heute endlich ein Ende finden könnte. Wie einzelne auf Kosten anderer ihr Ego stärken müssen und dafür noch von einem Großteil der Fans Unterstützung finden, bleibt mir auf ewig ein Rätsel. Ich bin weiterhin der Meinung, dass man es nur gemeinsam schafft und nicht durch Abgrenzung einzelner mit ihrem Wonderwall-Krams außerhalb des Stadions, der dann im Stadion keinerlei Support zur Folge hat. Aber genug Kritik und zurück zum Spiel. Spielerisch lief es für unsere Elf von Anfang an ganz gut. Leider wirkte unser Lieblingsschiedsrichter Aytekin (da wird man die letzten Spiele ständig durch fragwürdige Entscheidungen der Schiris benachteiligt und dann schickt ihr uns so einen, liebe DFL? Are you sure?!) das ein oder andere Mal nicht unbedingt sicher und konsequent. Bringt aber ja nichts, alles auf den Schiri zu schieben und so schlimm war er nun auch nicht, wie man bei dem ständigen Gepöbel gegen ihn meinen könnte. Dass man auch weiter über eine zurückgenommene Ecke diskutieren muss, nachdem Theo dem Schiri selbst gesagt hat, dass es Abstoß ist, muss man nicht verstehen. Ich appelliere da ja immer an Fairness und finde solche Aussagen der Spieler auch in einer solchen Situation absolut lobenswert, sah aber scheinbar nicht jeder so. Die Mannschaft ließ sich von den richtigen oder eben nicht richtigen Entscheidungen jedenfalls nicht verunsichern und dominierte das Spiel weiter. Einzig der richtige Zug zum Tor fehlte.

Als die Zwischenstände aus Wolfsburg auf der Anzeigetafel erschienen, brannte das ein oder andere Mal Jubel im weiten Rund auf. Ein verdammtes Tor und wir wären gerettet. Je länger das Spiel lief, desto besser wurde der Support meiner Meinung nach. Statt vieler textreicher Lieder überwog heute der kurze, kräftige Support, wohl auch ein Annäherungsversuch an die normalen Fans im weiten Rund ob der Kritik am Supportstil der Ultras. Mir hat’s jedenfalls recht gut gefallen, auch wenn ich immer noch sagen muss, dass in Anbetracht der Situation die Mitmachquote noch wirklich ausbaufähig war. Da müssten eigentlich alle mitmachen! Eher unsportlich zeigten sich dagegen die Frankfurter auf dem Platz. Bleibt ein Frankfurter Spieler in unserer Hälfte nach Ballverlust einfach liegen und unsere Mannschaft überlegt ewig, ob sie jetzt weiterspielt. Eigentlich sollte jeder gesehen haben, was der Frankfurter mit seiner Aktion bezweckte, dass dann doch ein Werderaner den Ball schlussendlich ins Aus spielt und so einen guten Angriff freiwillig herschenkt sorgte nicht nur bei Wiedwald für Unmut. Dass die Frankfurter den Ball nach anschließendem Einwurf dann nicht direkt in ihrer Hälfte den Ball an uns zurück geben sondern erstmal weit zurück in unsere Hälfte spielen war zu erwarten. Aber seien wir ehrlich: alles egal. Ich weiß nicht wie aber in der 88. Minute landete der Ball dann durch Ujah und Papy zusammen im Frankfurter Tor. Jaaaaaaaa. Ausrasten! Die ganze Kurve tobte und ich war sicher nicht der einzige, der kurzzeitig den Boden unter den Füßen verloren hat. Was ein geiles Gefühl. Jetzt nur noch über die Zeit retten. Die „niemals zweite Liga“ und „wir steigen niemals ab“ Gesänge kamen mir dann doch ein wenig früh. Ein Tor und es hieße wieder Relegation. Immerhin das war schon klar, nachdem der VfB kurz vor Ende noch immer zurück lag und um für Spannung im Abstiegskampf zu sorgen schon gewinnen müsste. Also volle Konzentration auf die letzten Minuten im Weserstadion. Mit jeder Minute wurde der Abpfiff herbeigesehnt. Wurde vor unserem Tor noch lauthals mindestens 5 Minuten Nachspielzeit gefordert, so war man sich jetzt einig, auf eine mögliche Nachspielzeit gerne verzichten zu können. 3 Minuten noch und noch einmal wurde die Mannschaft geschlossen nach vorne geschrien. Ein Pfiff führte dazu, dass die Bremer Bank die Arme nach oben riss und aufsprang. Zu früh gefreut, nur Einwurf. Nach einem letzten Angriff für Frankfurt klärte Papy weit ins aus und genauso aus war dann auch das Spiel. Wir bleiben erstklassig! Abstieg verhindert. Ich gebe zu, ich habe mir bei dem Spielverlauf wirklich sorgen gemacht und bin die Planungen für Nürnberg schon durchgegangen. Umso geiler ist es, dass einem dies erspart bleibt und eine wirklich nervenaufreibende Saison doch noch versöhnlich zu Ende geht.

Kommende Saison wartet dann das Schreckgespenst vieler mit den roten Bullen aus Leipzig (alle Bullen sind Schweine!) und es geht auch zurück in den schönen Breisgau. Freiburg bleibt ja trotz der sehr langen Fahrt eines meiner Lieblingsstadien, auf die ich mich sehr freue. Genauso freue ich mich über den Abstieg des Scheißvereins aus der Stuttgarter Vorstadt. Endlich nicht mehr zum Auswärtsspiel nach Stuttgart. Hannover ist mir eigentlich total egal. Schade um die weg fallende kurze Anreise und den ganz netten Gästeblock. Nicht schade um Martin Kind und die Hannoveraner Szene, die diese Saison immer wieder mit Anti-Valentin-Gesängen negativ auffiel. Bleibt noch die Frage Frankfurt oder Nürnberg. Auch wenn ich nicht sonderlich viel von UF halte, so sind meine Sympathien ganz klar auf Frankfurter Seite, auch wenn ich gerade den Daggl aus Nürnberg lese (an dieser Stelle klare Kaufempfehlung an alle!) und es zumindest Lücke Füllkrug gönnen würde. Aber mit dem Verein 1. FC Nürnberg und UN kann ich so gar nichts anfangen und die Lust, die kloppenden BFE-Einheiten rund ums Max Morlock zu besuchen, hält sich auch sehr in Grenzen. Lassen wir uns überraschen, wer unser 17. Gegner in der kommenden Saison wird. Wichtig ist erstmal eine Konsolidierung und eine gute Vorbereitung für eine hoffentlich bessere Saison 2016/2017.

Bleibt noch zu erwähnen, dass auch unsere Amas den Klassenerhalt auf die knappste aller Arten geschafft haben. Gut gemacht Jungs!

Freudig blicke ich auf spannende Relegationsspiele in allen Ligen, traurig dagegen blicke ich auf die kommenden Monate ohne Pflichtspiele und so leidige Themen wie EM. Hoffentlich vergeht die Zeit schnell und die Zahl der schwarz-rot-goldenen Fahnen schwenkenden Spinner hält sich in Grenzen.

Vereinsspiele statt Länderkämpfe! Scheiß Red Bull!

Euch allen eine schöne Zeit ohne Werder, wir sehen uns zur ersten Pokalrunde! Take care and goodbye!

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