Nur der SVW!

Unterwegs mit dem glorreichen Sportverein

Werder – TSG Hoffenheim 1:1, Sa. 13.01.18, 37500 Zuschauer

Nur eine Woche nach Frankfurt ist die Winterpause auch schon wieder vorbei und man freut sich auf viele bekannte Gesichter, die man knapp 3,5 Wochen nicht gesehen hat. Nicht so reizvoll dagegen unser heutiger Gegner. Mit der TSG Hoffenheim reist mal wieder ein Verein ohne nennenswerte Fanszene an, was zur Folge hat, dass das Stadion noch leerer bleibt als es die letzten Spiele eh schon war. Am Ende sind es nur knapp 37500 Zuschauer, die das heutige Spiel verfolgen.

Aber beginnen wir mit dem Üblichen. Die Zugfahrt nach Bremen noch entspannter als sonst (ein Hoch auf das neue Alkoholverbot in den DB Regio Zügen in Niedersachsen, ich bin echt kein Freund von Fußballleuten, die sich schon morgens um 10 im Zug die Birne wegschießen), die Ordner am Arbeitskarteneingang ebenfalls sehr entspannt und am Stand sollte es heute neue alte Shirts geben, von denen unter der Woche noch Restbestände aufgetaucht waren. Klingt alles super? War es soweit auch zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als die Bremer Polizei mal wieder unter Beweis stellen musste, wieso sie keiner mag. Wer heute da war, wird festgestellt haben, dass die Stände der Gruppen nur sehr spärlich aufgebaut waren. Lag daran, dass die Polizei vorm Spiel mit 2 Videowagen vorm Ostkurvensaal auffuhr, Personen filmte und auch vor’m Fanprojekt auf die Jagd nach Personalien ging. Stellt sich dem gemeinen Fußballfan natürlich die Frage, ob die Polizei ebenso gegen die Nazihools  vorgeht?! Ich wette nicht! So musste im Ostkurvensaal und dessen Vorraum heute jedenfalls niemand frieren.

Erst nach 15 Uhr ging es dann für den Großteil ins Stadion, bis Anpfiff war aber doch jede*r auf seinen/ihren Plätzen. Bis auf das kleine Doppelhalter-Intro im Bereich von WB und HBC war heute in Halbzeit eins nicht viel zu vernehmen, weder optisch noch akustisch. Da waren wohl noch einige gedanklich in der Winterpause. Neben einem Spruchband seitens UB sind zwei gegen die Polizei gerichtete Spruchbänder der Jugend zu erwähnen. Insbesondere das „Laya Conde und Oury Jalloh – Das war Mord!“ ist hier hervorzuheben. Insgesamt blieb auch in Halbzeit zwei leider viel Luft nach oben, was den Jugend-Vorsänger zu mehreren Ansprachen bewegte, die ihre Wirkung aber zumindest von gegenüber leider nicht wirklich zeigten. Sollte es Vorsätze für bessere Stimmung im neuen Jahr gegeben haben, sind diese schon nach dem ersten Rückrundenspieltag verpufft. Aber vielleicht klappt es ja in München oder spätestens gegen Hertha wieder besser.

Das Spiel auf dem Platz ist heute auch schwer zu beurteilen. Einerseits kassiert man dank eines wieder mal überragenden Pavlenka nur eine Bude gegen ein Team aus der oberen Hälfte der Tabelle, andererseits macht man eben selbst auch nur ein Tor und ein Punkt ist in der aktuellen Situation dann doch zu wenig.

Die Gäste aus dem Kraichgau fielen heute genau gar nicht auf. Trotz gefühlt relativ leiser Ostkurve war im Gästeblock außer einer Trommel in Halbzeit zwei das ganze Spiel über nichts zu hören, war aber auch nicht groß anders zu erwarten.

Hoffen wir, dass wir kommende Woche in München nicht total unter die Räder kommen und fast schon noch wichtiger, dass die Bremer Polizei sich vielleicht mal um wichtige Dinge kümmert, wozu neben den Fahrten zu Unfällen und Einbrüchen vielleicht auch mal ein Blick nach rechts ganz nützlich wäre.

Ein weiterer Punkt, der mir heute mal wieder sehr zahlreich aufgestoßen ist, ist das Thema sexistisches Marketing bzw. extrem bescheuerte propagierte Rollenbilder im Weserstadion. Da das Thema allerdings auch von anderer Seite schon vor Weihnachten thematisiert wurde, möchte ich an dieser Stelle nur auf G. Mail an Werder inkl. wenig zufriedenstellender Antwort bei Twitter und Keas Kommentar beim Weser-Kurier verweisen, wobei ich im Gegensatz zu Kea eher skeptisch bin, dass die Änderungen aufgrund der Kritik vorgenommen werden. Kein Fußball den Sexisten!

In diesem Sinne: bleibt anständig, sprecht bescheuertes Marketing offen an, setzt euer Geld lieber in coole AntiDis-Klamotten als Bier um und lasst euch nicht von der Staatsmacht provozieren! Wir sehen uns in München!

Spruchbänder heute:

„UBH – never surrender!“ – Ultra Boys

„Gegen Mäurers Allmachtsfantasie. Nein zum neuen Polizeigesetz!“ – Infamous

„Laya Conde und Oury Jalloh – Das war Mord!“ – Infamous

weitere Bilder gibt es hier:

Caillera

Infamous

Wanderers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.