Nur der SVW!

Unterwegs mit dem glorreichen Sportverein

Bayern München – Werder 1:0, Sa. 20.04.19, 75000 Zuschauer (etwa 7000 Gäste)

Dem Aufruf zum Besuch des Abschlusstrainings vor oben genanntem Spiel folgten gestern noch etwa 1000 Leute. Wie viele davon heute früh wieder am Start waren, kann ich nicht genau sagen. 2 Uhr aufstehen, 3:30 Uhr wieder im Bett. Dazwischen liegen aber etwas über 24 Stunden, eine sehr nice Sonderzugfahrt, viel Sonne in München und ein in weiß gehaltener gut aufgelegter Block in der Arroganz-Arena. Da kann man auch mal ignorieren, dass unsere Serie mit Tor in jedem Spiel der bisherigen Saison gerissen ist und in Halbzeit zwei eigentlich nur der FC Bayern gespielt hat.

Aber starten wir von vorne. Während der Großteil der jungen Mitfahrer*innen wohl die Nacht vor’m Sonderzug durchgemacht haben wird, ging es für die älteren Leute wie mich früh schlafen. Wirklich fit wirkten um 3:45 morgens am Bremer Hauptbahnhof aber beide Fraktionen nicht. Auch der Zug schien nicht so ganz aus dem Bett gekommen zu sein. 30 Minuten Verspätung schon vor der Abfahrt. Trotz zweier getrennter Aufgänge zum Bahnsteig für Szene und frei verkaufte Zugtickets bildeten sich etwas längere Schlangen. Diese konnten aber inkl. Motto-T-Shirt-Ausgabe direkt am Bahnsteig sehr schnell abgearbeitet werden und man verlor keine weitere Zeit. Bei den Mottoshirts handelte es sich entsprechend des Mottos “Alle in weiß” um weiße Shirts mit grünem SVW-Aufdruck. Diese wurden nicht nur von den Zugfahrer*innen gut angenommen.

Dass es sich nach Nürnberg diesmal wieder um einen öffentlichen Sonderzug handelte, merkte man leider am Publikum. Was da an Leuten mit fuhr, die teilweise schon morgens um 8 Uhr so voll waren, dass sie gar nichts mehr mitbekamen. Auch soll es im einen Partywagen schon früh morgens nach Kotze gerochen haben, während der andere auch später noch ordentlich nutzbar war. Umso schöner, dass die Damen und Herren der Security heute einfach super gut und kompetent waren und gewisse Regeln auch konsequent durchsetzten. Nach viel Schlaf zu Beginn wurde die Fahrt im Anschluss bis München jedenfalls gut verquatscht und man erreichte trotz Verspätung bei der Bereitstellung quasi vor der Zeit München Ost. Wer schon sein/ihr ganzes Leben überlegt, mal nach München Ost zu fahren. Lasst es einfach, ihr habt nichts verpasst. Direkt am Bahnhof wurde man von der bayrischen Polizei und dem USK empfangen und in bereitgestellte Shuttlebusse verfrachtet. Nach bestimmt 25 Minuten Fahrt erreichte man den im Umbau befindlichen (dort soll wohl ein Gästeparkhaus entstehen) Gästeparkplatz. Die Zeit bis Ankunft der restlichen Shuttlebusse zog sich etwas hin. Als es im Anschluss geschlossen Richtung Gästeeingang ging, war es den Verantwortlichen des FC Bayern dann aber immer noch zu früh, uns in ihr Schlauchboot zu lassen. War der Slalomparcours auf dem Weg zum Eingang schon scheiße, machte nun auch die direkte Sonneneinstrahlung bei fehlenden Getränken vielen zu schaffen. Erst vielleicht 15 Minuten vor eigentlichem Einlass erbarmten sich die Bayern und ließen uns rein. Gegenüber den letzten Jahren befanden sich die Einlasskontrollen diesmal etwas vorgezogen vor dem eigentlichen Stadioneinlass. Ob dies nur aufgrund des Sondezuges so gehandhabt wurde oder neuerdings immer so läuft, werden wir wohl nächste Saison erfahren.

Der Aufstieg in den dritten Rang des Schlauchbootes hat sich jedenfalls nicht geändert. Eine weitere Veränderung, sogar in positiver Hinsicht, gibt es dagegen zu vermelden. Die Verantwortlichen beim FC Bayern haben es tatsächlich geschafft, neben der bescheuerten Arenacard auch normale EC- und Kreditkarten als Zahlungsmittel (zumindest im Gästeblock) einzuführen. Für Vegetarier*innen bleibt das Angebot zwar sehr begrenzt, aber immerhin konnte man das Geld für Getränke sparen. In München gibt es schließlich das Phänomen, dass man eine leere 0,5l PET-Flasche mit ins Stadion nehmen darf. Bestes Münchener Leitungswasser ist also im Preis inklusive. Die Szene verteilte sich in den vorderen Reihen des Oberrangs über die gesamte Gästekurvenbreite. Durch die weißen Shirts sah das aus der Entfernung aber wirklich sehr geschlossen aus. Und auch die Mitmachquote und Lautstärke waren heute für Münchener Verhältnisse echt gut. Das schäpperte teilweise schon richtig gut. Und das nicht nur bei den “Scheiß Bayern München” oder “Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin” Gesängen. Nein, heute wurden auch die normalen Lieder echt gut angenommen. Klar, 1-2 Mal gab es kurze Hänger, die mit entsprechenden Ansagen aber gut bekämpft wurden. Lag heute vielleicht auch daran, dass mal nicht ganz so viel “Wo vier Tiere musizieren” gesungen wurde. Mir hat es jedenfalls echt gut gefallen und aufgrund der Leistung im Block hätte man wohl auch einen Punkt verdient gehabt. Dass es zu diesem heute nicht gereicht hat, konnte man ja eigentlich schon nach der Einleitung erahnen. Gegen recht starke Bayern hatte in weiten Teilen des Spiels eigentlich nur Jiri Pavlenka etwas entgegenzusetzen. Nur aufgrund seiner Leistung sah das Ganze auf dem Papier am Ende echt knapp aus. Vor dem Mittwoch folgenden Pokalspiel sicher nicht verkehrt, nicht total abgeschossen zu werden.

Die Bayern fielen eher optisch als akustisch auf. Neben einem Spruchband für das verstorbene Verwaltungsbeiratsmitglied Memmel und einem Spruchband für Falk (siehe Spruchbänder der Cailleras auf Schalke und gegen Freiburg) fiel man noch durch ein Spruchband gegen uns auf. Mit einem “Wir aus der Liga? Ihr ins Finale? Kleine Fische, große Träume… be one with the Weser!” spielten die Red Fanatics wohl auf’s Spruchband der Intesas aus dem Hinspiel (“Verpisst euch aus der Liga – Bayern raus aus Deutschland!”) und unsere Träume vom Pokalfinale an. Fand ich jetzt nicht wirklich lustig und reiht sich ein in eine Sammlung an eher unlustigen Spruchbändern von München rot! In diesem Sinne: Scheiß Bayern München!

Nach dem Spiel wurden wieder mal einzelne Personen, wie schon vor dem Spiel, völlig unnötigerweise rausgezogen, entsprechend verzögerte sich der Gang zu den Shuttlebussen etwas. Ist in München ja mittlerweile leider Normalität. Normalität auch, dass es wieder ein mal mehrere angekündigte und auch durchgesetzte Stadtverbote für unsere SVler gab. München und der gesamte Freistaat bleiben einfach scheiße. Trotz des Ergebnisses ließ man sich die Stimmung nicht versauen und feierte ausgelassen in den Partyabteilen während andere es in den Abteilen entspannter angingen. Irgendwann machte sich dann aber beim Großteil auch der Schlafmangel bemerkbar. Glücklicherweise erreichte man trotz unplanmäßigem Zwischenstopp in Würzburg Bremen sehr pünktlich und so ging eine weitere Sonderzugtour poisitiv zu Ende.

Mittwoch kann der Sieger dann aber wirklich nur Werder heißen. Wir sind nur einen Schritt vom Pokalfinale entfernt und nah wie lange nicht an der Tür zu Europa. Beteiligt euch Mittwoch an den Aktionen rund um den Spieltag wie Busempfang und macht das Weserstadion einmal mehr zum Hexenkessel!

Wir wollen den Pokal!

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Infamous

Wanderers