Nur der SVW!

Unterwegs mit dem glorreichen Sportverein

Eintracht Frankfurt – Werder 2:2, So. 06.10.19, 51500 ZuschauerInnen (etwa 3500 Gäste)

Wurden wir diese Saison bisher von richtig beschissenen Anstoßzeiten (zumindest auswärts) verschont, hieß es heute ein wenig Einstimmung auf Europapokal. Natürlich lag die Terminierung auf Sonntag 18 Uhr nicht an unserer so erfolgreichen letzten Saison. Nein, Eintracht spielt mal wieder in der Europaleague und beeindruckt dort mit riesigen Choreos und unglaublich vielen Mitreisenden. Entsprechend war die Anstoßzeit zu erwarten, spielte die Eintracht doch Donnerstag noch in Portugal. Aber wozu hat man denn mindestens mal 20 Urlaubstage?

Und so sollte es an diesem Sonntag für die meisten Gruppen schon früh morgens zwischen 9 und 10 Uhr auf den Weg nach Frankfurt gehen. Da ich gestern noch bei den lieben Menschen aus Babelsberg war, kam für mich leider auch nur eine Abfahrt ab 10 Uhr in Frage. Kurzfristig fehlende 9er und der heute stattfindende Bremen Marathon sorgten schon morgens für die ersten Verzögerungen. 7 oder 8 Staus unterwegs hatten dann zur Folge, dass der Großteil der Gruppen tatsächlich erst kurz vor Anpfiff am Stadion war. Wir kamen sogar erst zur 20. Minute an, genau beim Einlass fiel das 1:0 für Werder. Unglaublich, wie viele zu Hause gebliebene sich Sorgen machten, wo denn die Gruppen wären und entsprechend auf den üblichen Kanälen nachfragten. Auch im TV-Bild war wohl der leere Block zu Beginn gut zu sehen. Etwa 10 Minuten nach Anpfiff waren dann aber wohl die meisten trotz nerviger Kontrollen direkt vor’m Block auch in eben diesem und der Support konnte beginnen. Die Gruppen heute von links nach rechts Ultra Boys, Caillera, Intesa, Infamous, UTB, WB/HBC. Insgesamt merkte man sowohl optisch als auch akustisch, dass so ziemlich alle Gruppen zahlreiche Karten übrig hatten und nicht mehr los wurden. Sonntag 18 Uhr ist halt auch eine echt beschissene Anstoßzeit, wenn man keinen Urlaub nehmen oder die Zahl der gelben Zettel nicht schon zu Beginn der Saison ausreizen kann. Es hätten jedenfalls wohl locker noch 200 bis 300 Grün-Weiße in den Stehblock gepasst. Entsprechend des Spielverlaufs der Support heute sehr wechselhaft. Immer wieder herausgespielte Konter sorgten für neue Hoffnung nach dem 1:1 Ausgleich, nach dem Elfmeter und Ausgleich in der Nachspielzeit kamen sogar Siegesgefühle auf. Über die 60 Minuten meiner Anwesenheit betrachtet war da aber wohl noch viel Luft nach oben, was auch für die Mannschaft auf dem Platz galt. Entsprechend drastisch fiel das Fazit in den sozialen Medien aus. So ziemlich jede*r sprach von 2 verschenkten Punkten der Frankfurter. Kann uns aber ja nur recht sein.

Lief es auf dem Hinweg verkehrstechnisch echt beschissen, waren die Autobahnen auf dem Rückweg bis auf wenige Ausnahmen komplett frei und auch der Regen ließ, je näher man Bremen kam, immer mehr nach. Gegen 2 Uhr erreichten wir schließlich wieder das wunderschöne Stadion mit dem überhaupt nicht schönen Vornamen!

Weserstadion für immer!

Für fangerechte Anstoßzeiten!

Zur Heimseite kann ich diesmal leider gar nichts sagen. Es gab wohl einige Spruchbänder gegen Möller. Da ich erst zur 30. Minute im Block war, habe ich die Heimkurve nicht wirklich wahrgenommen.

Was mir in Frankfurt wieder mal sehr negativ aufgefallen ist, ist die Tatsache, wie inflationär auch im Gästeblock immer noch mit dem Begriff Hurensohn umgegangen wird und wie wenig Verständnis Leute zeigen, wenn man sie bittet, solch sexistische Scheiße doch bitte zu unterlassen. Hierzu einfach noch mal 3 kleine Fragen, die jede*r für sich selbst beantworten solle, wenn er/sie/es das nächste Mal jemanden als Hurensohn bezeichnet oder bezeichnen möchte:

  1. Wieso beleidigt ihr in erster Linie die Mutter einer Person, wenn doch die Person auf dem Platz/Fan des Gegners etc. scheinbar etwas uncooles macht?
  2. Ist zwingend die Mutter für die Erziehung der Person zuständig und daher automatisch Schuld an ihrem Verhalten oder ganz vielleicht auch der Vater oder die gesellschaftliche Umgebung, in der man aufwächst?
  3. Wieso lasst ihr Frauen nicht einfach mal selbst entscheiden, mit wie vielen Kerlen/Frauen sie schlafen und in diesem Fall auch explizit, womit sie ggf. ihr Geld verdienen wollen statt so etwas immer sofort als Beleidigung zu nutzen?

Es gibt so viele Beleidigungen, bei denen ihr niemand anderen als die entsprechende Person diskreditiert. Da braucht ihr mir auch nicht mit „man darf ja gar nichts mehr sagen“ kommen.

Kein Fußball den Sexisten! Für eine diskriminierungsfreie Kurve!

Spruchbänder heute:

“Pro Samstag 15:30!” – Wanderers

weitere Fotos gibt es hier:

Infamous

Wanderers